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Tagungsbericht: 12. Forum Innenhochdruck-Umformen

Tagungsbericht: 12. Forum Innenhochdruck-Umformen

Tagungsbericht: 12. Forum Innenhochdruck-Umformen 2007 der PtU Darmstadt

Am 21. und 22. Februar hatte das Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen der Technischen Universität Darmstadt (PtU) zum 12. Forum Innenhochdruck-Umformen eingeladen. Das nun im zweijährigen Turnus stattfindende Forum hatte diesmal mehr die vor- und nachgelagerten Prozesse des Innenhochdruck-Umformens zum Thema. Prof. Dr. Dipl.-Ing. Peter Groche konnte für dieses Forum zehn Vortragende gewinnen.
In seinen einleitenden Worten stellte er dar, dass durch eine stetige Kostensteigerung das IHU-Verfahren unter Druck geraten ist. Zeigen doch die Vorträge, dass heute die vor- und nachfolgenden Prozesse eine hohe Auswirkung auf die Kostengestaltung haben. Es gilt also, diese vor- und nachgelagerten Prozesse so zu gestalten, dass weiterhin IHU-Bauteile kostengünstig und damit wettbewerbsfähig hergestellt werden können.

Herr Lohbrandt von Weil Engineering und auch Herr Wirth von der Soudronic AG haben in Ihren Vorträgen sehr deutlich auf Vorteile und eine hohe Flexibilität bei der Einzelrohrherstellung aus der Platine für das IHU-Verfahren hingewiesen. Es handelt sich dabei nicht nur um die Rohrherstellung, sondern auch rohrähnliche Geometrien sind möglich. Beispiele der Rohrherstellung für Hinterachsen, Katalysatorengehäuse, Wärmetauscher und weitere Produkte der ULSAB (Ultra Leicht Automobile Bauweise ) wurden vorgestellt. Unterstützt wurden die Aussagen durch Herrn von Breitenbach (PtU Darmstadt). Durch die transversale Herstellung von Rohren können bessere Hauptformänderungen des Materials wie auch ein gleichmäßigeres Rohr für den IHU-Prozess hergestellt werden.
Die nächsten Schritte für ein optimales Bauteil nach der Herstellung von Rohren wurde von Herrn Junk (Firma Eberspächer) vorgestellt. Junk konnte unter der Verwendung der AutoStamp Software eine genaue Aussage über die Herstellbarkeit von Krümmerrohren machen. Dieses wurde am Beispiel der Krümmerrohre der aktuellen BMW 3 Serie gezeigt.
Der hier verwendete Biegeradius von 1D bei einem Rohr von einem Durchmesser von 38mm stellt höchste Ansprüche an das Material und an den Prozess. Ergänzend wurde durch Herrn Müller der Finow Automotive die Erfahrung bei der Serienproduktion eines IHU-Bauteils des Land Rovers dargestellt. Hier hat man durch den KVP-Prozess die Umrüstvorgänge optimiert. Weitere Optimierung durch eine kosten- und ergebnisorientierte Produktionssteuerung beweist, dass der IHU-Prozess kostenoptimal und damit wettbewerbsfähig gegenüber anderen Verfahren eingesetzt werden kann.

Das Festklopfverfahren, vorgestellt durch Herrn Ronco (Fa. Thor-Tec GmbH), erhöht die Standzeit von IHU-Werkzeugen und verspricht ein großes Potential für die Minimierung von Werkzeugkosten. Herr Dr. Kaiser von der TU Darmstadt stellte klar, dass es besonders auf die konstruktive Auslegung des IHU-Werkzeuges ankommt, um eine Optimierung zu erreichen. Beheizte Werkzeuge werden schon seit Jahren im Bereich des Rohrbiegens in der Luftfahrtindustrie angewandt. Die Firma Schuler und HEATforming haben dieses nun für IHU-Werkzeuge umgesetzt. Aktuell werden bei dem IHU-Umformen von Aluminiumteilen die Werkzeuge auf 600°C aufgeheizt. Durch dieses Aufheizen werden nun nicht mehr solche hohen Drücke und Zuhaltekräfte wie an konventionellen IHU-Pressen benötigt. Herr Mett von der Firma Schuler zeigte, dass hier nun kleinere IHU-Anlagen zum Einsatz kommen können. Selbst Bauteile mit Funktionsgewinde können so hergestellt werden. In einer Kooperation von Herrn Demmler (Firma Fontargen) und Herrn Vogler der PtU Darmstadt wurde auf neue Ideen für ein prozessintegriertes Löten beim IHU-Fügen hingewiesen. Abschließend wurde durch Herrn Wartewig der WLD-Tec die Verwendung des IHU-Prozesses für ein Nicht-Automotive-Bauteil aufgezeigt. Hier wurde ein Sicherheitslaborbrenner durch das IHU-Verfahren hergestellt, der durch ein aerodynamisches Aussehen besticht.

Abschließend wird sehr deutlich, dass der IHU-Prozess ein wichtiger und unverzichtbarer Herstellungsprozess für Bauteile in der Automotive- und Luftfahrtbranche ist. Nicht nur die Herstellung an sich, sondern auch die vor- und nachgelagerte Prozesse sind zu berücksichtigen. Der erfolgreiche Einsatz des Bauteiles hängt von der gesamten Prozesskette ab.

12. IHU Forum Darmstadt

12. Forum Innenhochdruck-Umformen in Darmstadt

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