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Internationale Konferenz "Hydroumformung" am 12 und 13. Oktober 1999 in Fellbach bei Stuttgart

Institut für Umformtechnik der Universität Stuttgart

Prof. Dr.-Ing. Dr.h.c. K. Siegert, Dipl.-Ing. Matthias Aust

Die Hydroumformung von Rohren - Innenhochdruckumformung (IHU) genannt - ist schon seit vielen Jahren bekannt. Seit ca. 10 Jahren gewinnt dieses Umformverfahren jedoch zunehmend an Bedeutung. Treibende Kraft dieser Entwicklung ist - wie so oft - der Fahrzeugbau. Fahrzeugbauteile, wie sie in Abgassystemen von Verbrennungsmotoren zu finden sind, Pkw -, Achs- und Lenksysteme sowie Motorträger bis hin zu ganzen Bodengruppen ("frames") von Leichttransportern werden heute durch Innenhochdruckumformung hergestellt. Zunehmend gewinnt, ausgehend von der Innenhochdruckumformung von Rohren, nun auch die Innenhochdruckumformung von Aluminium-Strangpreßprofilen und Blechen an Bedeutung.

Für die Innenhochdruckumformung sind spezielle Werkzeug- und Pressentechniken bei besonderer Beachtung der tribologischen Verhältnisse und der Umformbarkeit der eingesetzten Rohre und Profile erforderlich.

Die rasante Zunahme der Innenhochdruckumformung in der industriellen Fertigung hat auch die Hydroblechumformung positiv beeinflußt. Insbesondere für Pkws mit geringer Gesamtstückzahl ergibt sich durch Einsatz der Verfahren der Hydroblechumformung bei optimierter Werkzeug- und Pressentechnik die Möglichkeit, die produktspezifischen Betriebsmittelkosten in beachtlichem Umfang zu senken und hierdurch eine Reduzierung der Herstellkosten zu erreichen. Vorbehalte gegenüber hydraulischen Drucksystemen, der Erfordernis hoher Preßkräfte und spezieller Werkzeuge kann durch die Aussage entgegnet werden, daß bedeutend höhere Drücke und höhere Preßkräfte als sie bei der Hydroblechumformung erforderlich sind, beim Innenhochdruckumformen von Rohren und Profilen ohne größere Probleme beherrscht werden. Dies bedeutet, daß sowohl für die Hydroumformung von Rohren und Profilen als auch für die Hydroblechumformung die erforderlichen Hydraulik-Komponenten wie Pumpen, Druckübersetzer, Proportionalventile usw. heute im Handel erhältlich sind.

Um aus wissenschaftlicher und anwendungstechnischer Sicht den Stand der Technik in der Hydroumformung darzustellen, Tendenzbetrachtungen aufzuzeigen und Ziele zukünftiger Entwicklungen zu definieren, sind mehr als 500 Teilnehmer aus dem In- und Ausland der Einladung des Instituts für Umformtechnik der Universität Stuttgart gefolgt und haben an der Internationalen Konferenz "Hydroumformung", die am 12. und 13. Oktober 1999 in der Schwabenlandhalle Fellbach bei Stuttgart stattgefunden hat, teilgenommen. An vier Halbtagen haben 34 Referenten zu folgenden Themengebieten Vorträge gehalten:

  • Grundlagen der Innenhochdruckumformung
  • Stand der Werkzeugtechnik für die IHU von Rohren und Profilen
  • Einsetzbare Werkstoffe für die Innenhochdruckumformung
  • Serienanwendungen der IHU von Rohren
  • FEM-Prozeßsimulation von Hydroumformprozessen
  • Maschinen und Maschinenkonzepte für die Hydroumformung
  • Grundlagen und Verfahren der Hydroblechumformung
  • Anwendungsbeispiele für die Hydroblechumformung

Als Auftakt für Teilnehmer der Konferenz hat das Institut für Umformtechnik der Universität Stuttgart am Montag den 11. Oktober 1999 die Teilnahme an verschiedenen Firmenbesichtigungen aus dem Bereich der Hydroumformung angeboten. Es bestand die Möglichkeit an einem Firmenbesuch bei der DaimlerChrysler AG in Sindelfingen, Schuler SMG in Waghäusel oder Schuler Hydroforming in Wilnsdorf teilzunehmen. Diese Gelegenheit bzw. die im Anschluß mögliche Besichtigung des Instituts für Umformtechnik und die Vorstellung von aktuellen Forschungsgebieten auf dem Gebiet der Hydroumformung am IFU nahmen mehr als 200 Teilnehmer der Konferenz in Anspruch.

Von den mehr als 500 Teilnehmern der Konferenz aus weltweit 17 Ländern, waren 75% aus der Industrie und 25% von Hochschulen.

Die Ausführungen der einzelnen Referenten zeigten, daß die FEM-Prozeßsimulation ein nützlicher und notwendiger Bestandteil der Werkzeugauslegung und der Analyse des Umformprozesses darstellt. Durch den Einsatz der FEM-Prozeßsimulation kann schon in der Bauteil- bzw. Werkzeugentwicklungsphase die Machbarkeit einer Bauteilgeometrie festgestellt werden. Hier haben sich in den vergangenen Jahren entscheidende Fortschritte ergeben, so daß heute kommerzielle FEM-Programme nicht nur in der Forschung sondern auch in der Industrie eingesetzt werden.

Neue Pressenkonzepte ermöglichen eine höhere Produktivität und führen zu kostengünstigen Pressen. Diese bilden die Grundlage für zukünftige Weiterentwicklungen, neue Anwendungen der Verfahren der Hydroumformung von Rohren, Profilen und Blechen und für die Serienproduktion von hydroumgeformten Bauteilen.

Verbesserungen des Reibungs- und Verschleißverhaltens sowie der Dichtungssysteme sind weiterhin wesentliche Zielsetzungen.

Im Interesse der Konzentration auf die Hydroumformung wurde im Rahmen der diesjährigen Konferenz nicht auf die der Hydroumformung von Rohren und Profilen vor- und nachgeschalteten Operationen wie z. B. Biege, Loch-, Beschneide- und Fügeoperationen eingegangen. Diese Themengebiete erscheinen für die Zukunft von besonders großem Interesse und werden Bestandteil der nächsten - im Oktober 2001 - stattfinden Internationalen Konferenz "Hydroumformung" sein.

Weiterführende Informationen sind dem in deutsch und englisch erhältlichen Tagungsband der Internationalen Konferenz "Hydroumformung" nachzuschlagen. Der deutsche Tagungsband "Hydroumformung von Rohren, Strangpreßprofilen und Blechen" umfaßt 568 Seiten. Darin enthalten sind 37 Beiträge zu den behandelten Themen einschließlich der Grundlagen der Hydroumformung. Der englische Tagungsband umfaßt auf 486 Seiten und enthält 32 Beiträge. Beide Tagungsbände sind zu einem Preis von DM 140,-- (+ Versand) über den Veranstalter zu beziehen. Kontaktadresse: Institut für Umformtechnik (IFU), Dipl.-Ing. Matthias Aust, Holzgartenstr. 17, 70174 Stuttgart, Tel.: 0711/121-3849, Fax.: 0711/121-3839, email: aust@ifu.uni-stuttgart.de

   

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Last update: Februar 18, 2000
Letzte Änderung: 18 Februar 2000

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